PROTOKOLLE

Protokoll der Gründungsversammlung der Kulturinitiative Schwerte am 14.03.2018 in der Rohrmeisterei Schwerte
 

Zum Gründungsaufruf für eine Kulturinitiative in Schwerte waren zwischen 60 und 80  Teilnehmer_Innen erschienen.

Claudia Belemann begrüßte für die Initiatoren des Aufrufes zur Gründung eine Kulturinitiative die Anwesenden und erläuterte die Beweggründe, die zu diesem Aufruf geführt haben.

Nach einer Vorstellungsrunde der Initiatoren, von denen aus Krankheitsgründen Ilka Heiner und Klaus Künkler an diesem Abend fehlen mussten, sprach Stefan Bauer über das Thema „Vernetzung“ und Herbert Hermes über das Thema „Lobbyarbeit“ als zentrale Tätigkeitsfelder und Ziele der Initiative.

Folgende Ideen und Anregungen für mögliche Tätigkeiten und Ziele der Initiative wurden aus den Reihen der Anwesenden vorgetragen:

Neues Stadt-Konzept für Schwerte
Homepage (siehe unten), gemeinsames Label, Newsletter
Netzwerkkonferenz Kultur
Kunst-/Kulturbezogene Treffen
Frauen Kunst- und Kulturtreffen
Verbesserte Ausstellungsmöglichkeiten. Herr Hein vom KuWeBe verwies auf die Möglichkeit zur Nutzung der funktionsfähigen Räumlichkeiten des ehem. Kunstvereins im Wuckenhof.
Neue Kulturorte entdecken. Werner Remscheid erwähnte, dass es in Schwerte im Privatbesitz noch geeignete Räumlichkeiten für Veranstaltungen gibt.
Orte zum Kennenlernen und Treffen
Veranstaltungskalender
Art Inventur erstellen, über Anbieter, Veranstaltungen, Aktive...
Kommunales Kulturzertifikat.

Statements:

Das Statement von Dr. Gernot Folkers über das Fehlen von Verantwortlichen, die für „Kultur brennen“ und mit denen man in einen konstruktiven Dialog über Kultur und Kulturpolitik eintreten könne, veranlasste Ingela Kost vom KuWebe deutlich zu machen, dass man im KuWeBe sehr wohl für „Kultur brenne“.

Für die Initiatoren der Initiative unterstrich Herbert Hermes, dass der Gründungsaufruf in keiner Weise als Kritik an den Mitarbeiter_Innen des Kuwebes zu verstehen sei.

In verschiedenen Beiträgen wurde die gegenseitige Wertschätzung als wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Kulturinitiative angeführt.
 

Die Herren Vogel (VHS) und Suberg (Kulturbüro) vom KuWeBe sicherten der Initiative ihre Unterstützung zu.

Schwertes neuer Bürgermeister Dimitrios Axourgos begrüßte die Gründung der Initiative, für die er gern Gesprächspartner sein will. Zu seinen personellen, organisatorischen und inhaltlichen Vorstellungen für die Gestaltung des Kulturbereiches konnte sich D.A. an diesem Abend allerdings noch nicht äußern.

Als Fazit des Abends kann festgehalten werden, dass die Gründung der Initiative breite Zustimmung erfahren hat.

Stefan Bauer hat unter www.Kulturinitiative-Schwerte.org eine Homepage sowie unter Kulturinitiative-Schwerte@gmx.de einen Mail-Account eingerichtet.

Der Kreis der Initiatoren der Initiative soll möglichst um Sprecher_Innen für alle Kultur- und Kunstsparten erweitert werden, so Herbert Hermes.

Claudia Belemann dankte zum Abschluss des Abends Tobias Bäcker für die Bereitstellung von Technik und Räumlichkeit.

Nächste Zusammenkunft der Initiative ist am Donnerstag, dem 17. Mai, um 19 Uhr im Kulturhaus am Bahnhof. An diesem Abend sollen „Visionen“ für die Arbeit der Kulturinitiative und die Kulturkommune Schwerte diskutiert werden.

Protokoll
Gez. Herbert Hermes


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Protokoll 2. Treffen KIS am 17.05.2018 im Kulturhaus am Bahnhof

1. Begrüßung
Claudia Belemann eröffnete die 2. Zusammenkunft der Kulturinitiative KIS und begrüßte ca. 40 Anwesende. Zur von ihr vorgeschlagenen und erläuterten Tagesordnung gab es keine Änderungswünsche.
Holger Hülsmeyer konnte berichten, dass Mails eingegangen sind von Klaus Irmscher mit dem Hinweis  u.a. zu Möglichkeiten von Ausstellungen und zur Vernetzung von Kultur, Alltag und Wirtschaft, von Dr. Rüdiger Sareika mit dem Hinweis auf potentielle Kooperationspartner in anderen Bereichen zuzugehen wie z.B. der Initiative „Schwerte zusammen“ und von Eva Hammoudo mit der Einladung zur Besichtigung der Atelierräume im Kulturhaus am Bahnhof im Anschluss an die Sitzung des KIS.
Zukünftig soll bei jedem Treffen der KIS Wissenswertes mit Hintergrundinformationen aus dem Schwerter Kulturleben (Input) vermittelt werden. Dazu als Auftakt an diesem Abend:

2. Input Kultur- und Weiterbildungsbetrieb/Kulturbüro
Herbert Hermes musste berichten, dass Jan Suberg, seit Januar Leiter des Kulturbüros und damit Nachfolger von Heike Pohl, sein Anstellungsverhältnis gekündigt hat.
Zudem ist eine Diskussion über die Frage der Zukunft des Kultur- und Weiterbildungsbetriebs in der Rechtsform einer Anstalt öffentlichen Rechts angestoßen worden, die eine Auflösung des Betriebs und damit eine Rückführung der Kulturinstitute zur Stadt Schwerte nicht ausschließt. Der Rat der Stadt Schwerte wird voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung einen entsprechenden Prüfantrag an die Verwaltung beschließen.

3. Input Kulturhaus am Bahnhof
Für das Theater am Fluß informierten Lars Blömer (1. Vorsitzender) und Alexander Lux über die Gründungsgeschichte und die Nutzung des Hauses.

4. Input Ruhrtalmuseum/Ensemble St. Viktor
Anke Skupin und Martina Horstendahl gaben einen kurzen Überblick über den Stand der konzeptionellen Überlegungen der Bürgerstiftung St. Viktor, zu baulichen Veränderungen, zur aktuellen Projektarbeit sowie zu Möglichkeiten, sich in die Bürgerstiftung mit Ideen und Nutzungswünschen einzubringen.
 

5. Thementische
Es wurden drei Tische zu den Themen „Lobbyarbeit“,  „Aufbau eines Netzwerkes der Initiative“ sowie „Ideen für den Kulturraum Schwertes eingerichtet“.

Ergebnisse Thementisch „Lobbyarbeit“                                
(Bericht Claudia Belemann)
Stabile Rahmenbedingungen Kulturbüro notwendig
Starkes Kulturbüro nötig, um die Stärken der Kultur Schwertes aufzuzeigen und zu bündeln
Sparprogramm gefährdet stabile Rahmenbedingungen
Finanziell gute Ausstattung notwendig, auch mit Blick auf personelle Auswirkungen
Manpower mit ausreichender Qualifikation
Mehr Aufmerksamkeit durch Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit
Umgehende Stellungnahme der KIS zur Situation im Kulturbüro und  zur Zukunft des KuWeBes – Sport ist Chefsache (Bürgermeister),  bei wem liegt die Zuständigkeit für Kultur?

Diskussionsrunde initiieren noch vor der nächsten Ratssitzung mit Bürgermeister Axourgos, Beigeordnetem Winkler sowie Vertretern der Ratsfraktionen zu den Themen: Kulturbüro, Zukunft KuWeBe, Zuordnung Kultur bei der Stadt, im KuWeBe oder bei der Rohrmeisterei 
Grundsätzlich soll sich die KIS befassen mit:
der Organisation regelmäßiger Veranstaltungen zu Problemen und zu wichtigen Aspekten des Schwerter Kulturlebens, zu denen Gesprächspartner und Vertreter z.B. von der Sparkassen-Stiftung, der Stadttouristik, der Schwerter Wirtschaft oder der Akademien eingeladen werden sollen.
In diesem Zusammenhang wird eine Gesprächsrunde zu stadtplanerischen Aspekten der Wegeverbindung vom Ensemble St. Viktor zur Rohrmeisterei angeregt.

Ergebnisse Thementisch „Ideen für Kulturraum Schwertes“ (Bericht Andrea Schütte)
Wegeverbindung Wuckenhof – Rohrmeisterei (siehe auch Thementisch „Lobbyarbeit“)
Wuckenhof als Ausstellungsraum nutzen
Kooperation mit der Wirtschaft, Sponsoring-Konzepte (75 Millionäre in Schwerte)
Spielorte für Theater, Proberäume für Musiker
Kleinkunstbühne mit ausreichend hoher Decke
Kostenfreie Nutzung von Leerständen
Nutzung Industriehallen im EAW (Schwerte-Ost)?
Nutzung ehem. Feuerwehrmuseum?
Ausstellung Foyer Sparkasse, Anschaffung geeigneter Stellwände
Kunst im öffentlichen Raum: Pflege, ggf. Restaurierung vorhandener Objekte, Herausgabe eines aktuellen Führers zu den Kunstwerken im öffentlichen Raum, Gespräch mit der Sparkassenstiftung
Ideen-Pool für unkomplizierte Lösungen einrichten

Ergebnisse Thementisch „Aufbau Netzwerk KIS“ (Bericht Anke Skupin)
Einrichtung einer interaktiven Pinwand (siehe auch Ideen-Pool Thementisch „Ideentisch Kulturraum...“)
Übersicht erstellen von kulturellen Institutionen und Anbietern durch den KuWeBe
Strukturen schaffen a) für die innere Organisation der KIS: Interessenten, Aktive, Einladungen, Internet-Auftritt (Frank Helling), Facebook (Jennifer Petroll) b) für Außenkontakte: Presse, Politik (Lars Blömer), Private, Wirtschaft (Jennifer Petroll), Sponsoring, Finanzen für Service, Pinnwand u.a.m., Fördergelder 

6. Plenum
Im Mittelpunkt einer intensiv geführten Diskussion im Plenum stand die Situation des Kulturbüros und die Zukunft des KuWeBes.
Es wurde beschlossen, noch vor der nächsten Ratssitzung zu einer entsprechenden Gesprächsrunde einzuladen (siehe Thementisch „Lobbyarbeit“).

7. Sonstiges
Dr. R. Sareika wird über die Kulturpolitische Gesellschaft Rat zu rechtlichen Implikationen der Arbeit der Initiative (u.a. Internet-Auftritt) einholen.
Für die verschiedenen Aufgabenfelder der KIS gibt es folgende AnsprechpartnerInnen, vorbehaltlich weiterer Gespräche:                                                  

Interne Kommunikation/Schriftführung: Herbert Hermes                 
Pressearbeit: Claudia Belemann-Hülsmeyer                   
Internetauftritt/Homepage: Frank Helling                                              
Facebook: Jennifer Petroll (?)                                               
Netzwerkarbeit allg: Stefan Bauer, Lars Blömer, Anke Skupin, Martina Horstendahl.

Über die Zusammenkunft und die Diskussionsergebnisse der KIS wird Claudia Belemann eine Presseinformation verschicken.          
                                                                                                                               
Nach Abschluss des Treffens folgt eine Besichtigung der Atelierräume im Obergeschoss des Kulturhauses.
Es gibt noch ungenutzte Räume!

Protokoll
Gez. Herbert Hermes 

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Protokoll der öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung
zur Zukunft des KuWeBe - zur Zukunft der Schwerter Kultur.
 


1 Begrüßung
Die Moderatorinnen der Diskussionsrunde, Claudia Belemann und Jennifer Petroll, begrüßten Herrn Bürgermeister Dimitrios Axourgos, die VertreterInnen der Ratsfraktionen, die Vortragenden Klaus Kilian und Matthias Hein sowie die zahlreichen Interessierten.

2 Vortrag Klaus Kilian – ehem. Vorstand KuWeBe
Zu Beginn erläuterte Herr Kilian die nach der Satzung gesetzten Ziele der Gründung (Erhalt und Weiterentwicklung der Leistungen, sehr kurze Entscheidungswege) und die wichtigen Managementvorteile der Rechtsform AöR für den Kultur- und Weiterbildungsbetrieb (KuWeBe). Wirtschaftliche Erfolge wie Einsparungen und Mehreinnahmen sollten motivierend auf den Betrieb wirken, doch in der Praxis wurden derartige Impulse durch Kürzungen des städtischen Zuschusses sowie durch das Ausbleiben der im Gründungsbeschluss zugesicherter Erhöhungen des städtischen Zuschusses an den KuWeBe z.B. für außergewöhnliche  Personalkostensteigerungen (tarifliches Leistungsentgelt und zusätzliche Personalkosten für ehemalige ZEFF-Mitarbeiterinnen durch Wegfall der Landesförderung) konterkariert. 
Auch zu der zugesagten Beteiligung der Stadt an Investitionen ist es nie gekommen. Insgesamt wurde hingegen der städtische Zuschuss bis 2015 um rd. 550.000 € gekürzt.
Die Überführung des KuWeBes in eine andere Rechtsform bzw. die Rückführung zur Stadt, so Herr Kilian, würde nicht automatisch eine finanzielle Verbesserung für die Kulturinstitute bedeuten. Bei der Prüfung sollte berücksichtigt werden, welche steuerlichen Auswirkungen, Belastungen durch die Übernahme der Schulden und die Regelungen der Pensionskasse für aktive Beamte entstehen. Herr Kilian sprach den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für das Personal und die Mitgliedschaft in der Bürgerstiftung St. Viktor an.

3 Vortrag von Matthias Hein  - kommissarischer Vorstand  KuWeBe

Herr Hein beleuchtete die aktuelle Situation des KuWeBes, die aus seiner Sicht gekennzeichnet ist durch:
 

- den angehaltenen Organisationsentwicklungsprozess der u.a. zum Inhalt hatte, eine neue Führungsstruktur zu etablieren
- die Entwicklung des städtischen Zuschuss mit einem Rückgang von einer ¾ Mio. € bis zum Jahr 2021 gegenüber dem Jahr der Betriebsgründung 
- der städtische Zuschuss beträgt zurzeit 1,6 Mio. €, was 1,4 % des städtischen Verwaltungshaushaltes entspricht.
- extrem eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten des KuWeBes, da der Zuschuss von 1,6 Mio. € zu 100 % zur Deckung der Personalkosten aufgebraucht wird 
- einen zur Verabschiedung anstehenden Prüfauftrag des Rates, den KuWeBe in eine neue Rechtsform zu überführen
- Verbesserungen der Personalsituation im Kulturbüro mit insgesamt 2,8 Stellen, darunter eine ½ Stelle für die künstlerische Leitung.

Herrn Hein plädierte für eine Beibehaltung des KuWeBes als AöR und eine damit verbundene finanzielle Nachsteuerung.


4 Vortrag Dimitrios Axourgos - Bürgermeister
Vor dem Hintergrund der „bedrohlichen Lage“ des KuWeBes präferiert Herr Axourgous als Ergebnis eines möglichen Prüfauftrages zur Zukunft des KuWeBes eine Rückführung zur Stadt, wobei alle Beschäftigten zur Stadt überführt werden sollten.
Einsparpotentiale sieht Herr Axourgos ggf. in den Verwaltungsbereichen der Kulturinstitute.
Das Festival ‚Welttheater der Straße‘ sollte als „Marke“ erhalten bleiben.
Mit viel Beifall wurde das Statement des Bürgermeisters aufgenommen, dass die sogen. freiwilligen Leistungen Schwerte attraktiv machen und daher auch die städtischen Kulturangebote zum Leistungskanon der Stadt gehören.

5 Diskussion
Michael Kuhn, Verantwortlicher für Finanzen im KuWeBe, machte deutlich, dass bereits in 4 – 5 Jahren der städtische Zuschuss an den KuWeBe  die Kassenkredite übersteigen und  der Betrieb somit „pleite“ sein wird.
Angelika Schröder, Fraktionsvorsitzende der SPD-Ratsfraktion, sprach sich für den Erhalt und die Stärkung des „Kulturwesens“ in Schwerte aus.
Gernot Folkers, Die Grünen, hob die „dynamische Leitung“ für die Bereiche Kultur und Weiterbildung hervor und das Schwerte damit ein „Alleinstellungsmerkmal“ besitze.
Jörg Schindel, Stadtverbandsvorsitzender CDU, verwies auf den Zwang, eine „schwarze Null“ für den Haushalt der Stadt Schwerte zu erreichen.
Eine Zurückführung des KuWeBes zur Stadt wertet H. Schindel als Fehler.
Als Sofortmaßnahme zur Stärkung des KuWeBes kann sich H. Schindel vorstellen, 97.000 € als geplante Einsparvorgabe im Haushaltssicherungskonzept zu streichen.
Walter Wendt, Die Linke, sieht in einer Rückführung des KuWeBes zur Stadt einen möglichen Gewinn an Sicherheit für Kultur und Weiterbildung.
Franz Freßdorf, Vorsitzender Wfs, verweist auf Erfolge der Arbeitsgemeinschaft des KuWeBe-Verwaltungsrates bei wichtigen Personalentscheidungen für die Musikschule und dieVHS.
Günther Thurau, stellvertr. Vorsitzender der  FDP, sieht eine Tendenz seiner Partei für die Beibehaltung des KuWeBes in seiner jetzigen Organisations- und Rechtsform.
Bernd Kirchbrücher forderte die Politik auf, bei der gesamten Diskussion über die Zukunft des KuWeBes kulturpolitische Inhalte zu definieren.

Zum Schluss dankte Moderatorin Claudia  Belemann allen Vortragenden, Diskutanten und Anwesenden für einen gelungenen Diskussionsabend.
 Protokoll
gez. Herbert Hermes